Häuser Architektur
Wohnhaus des Fürsten Milos/ Konak Kneza Milosa:
(Villenvorort Topcider, ca. 4 km des Zentrums): 1831-34 für Fürst Milos Obrenovic erbaut. Nach den Palästen für seine Ehefrau und Kinder in der Stadt Belgrad
liess Fürst Milos Obrenovic von 1831-1834 auch einen Palast für sich in Topcider bauen. Den Palast errichteten die Baumeister Janja Mihailovic
und Nikola Djorđevic
und die Bauarbeiten leitete Hadzi-Nikola Zivkovic, Aufseher und Bauherr fast aller Bauunternehmungen des Fürsten. Die reiche Innendekoration der Decke, Wände
und Nische ist zum Teil bis heute erhalten.
Palast der Fürstin Ljubica
Der Palast wurde 1834 erbaute (1788-1843), Frau des serbischen Fürsten Milos Obrenovic, ein stattliches städtisches Wohnhaus in Belgrad. Von der Form her
stellt es eine Variante der im 18 und frühen 19. Jahrhundert in grossen Teilen Südosteuropas verbreiteten Balkan-Stils. Palast ist von Architekten Janja Mihajlovic
und Nikola Djordjevic realisiert haben, errichtet. Gebäude ist mit symetrisch angeordneten Räumen ausgebaut. Das zweigeschossige Bauwerk mit Erker über dem
Eingang umschlisst in seiner Mitte eine geschlossene Halle mit einem“Divan“ im ersten Stock. Zwischen den beiden Weltkriegen war hier zeitweilig das Museum
für Moderne Kuns untergebracht, nach dem Krieg das Insitut für Denkmalpflege. Heute ist es wieder ein Museum.
Das Haus ist bis heute als repräsentativstes Stadthaus aus der ersten Hälfte des 19. Jh. erhalten.
Alte Schloss /Stari Dvor (Heute Parlament Stadt Belgrad
Das alte Schloss, der Palast der serbischen Obrenović-Dynastie, in dem heute die Stadtverordnetenversammlung von Belgrad untergebracht ist, befindet sich an
der Ecke der Kralj-Milan- und der Dragoslav- Jovanovic-Strasse. Es wurde zwischen 1882 und 1884 nach dem Projekt von Aleksandar Bugarski im Architekturstil
des Akademismus des 19. Jh. erbaut, in der Absicht, alle bisherigen Residenzen der serbischen Herrscher zu übertreffen.
Der englische Reiseschriftsteller Herbert Vivien, der Ende des 19. Jh. das alte Schloss aufsuchte, beschrieb sein Inneres in allen Einzelheiten: "Auf der
linken Seite befindet sich ein vornehmer Ballsaal mit zitronengelben Wänden und grossen Weissen Lustern aus venezianischem Glas. Bei Staatsfestlichkeiten
lässt das elektrische Licht sie in ihrem ganzen Glanz erstrahlen. Durch den geräumigen Empfangssaal gelangt man in den Bankettsaal. Hier glänzt alles:
vom Parkett bis zum holzgeschnitzten Mahagonitisch, der 60 Gästen Platz bietet. Die Lederstühle sind in Herbstfarben gehalten. Beeindruckend ist der gute
Geschmack, egal ob es sich um einen Gebrauchsgegenstand oder Zierrat handelt. Bewunderung lösen auch die schön geschnitzten Deckenbalken aus, ein Erbe aus
der Türkenzeit und der damaligen Mode..."
An das alte Schloss sind wichtige Ereignisse aus der Zeit der politischen Macht der Obrenovic-Dynastie geknüpft: das Gebäude wurde erbaut, als Serbien zum
Königreich verkündet wurde, und hier dankte König Milan am 22. Februar 1889 zu Gunsten seines Sohnes Aleksandar ab. Von 1903 bis 1914 befand sich im Alten Schloss
die Residenz der Karađorđevic-Dynastie. Von 1919 bis 1920 wurden im Schloss Sitzungen der vorübergehenden Volksversammlung abgehalten und bis 1941 Hoffeste und
Empfänge für hohe ausländische Gäste veranstaltet.
Das Schloss wurde zweimal beschädigt: im ersten Weltkrieg und bei der Bombardierung am 6. April 194. Nach Beendigung des ersten Weltkrieges wurden Reparaturen
am Schloss vorgenommen und die ersten grösseren Umbauten erfolgten um das Jahr 1930. Die Instandsetzungsarbeiten des Alten Schlosses nach Beendigung des
Zweiten Weltkrieges dauerten bis 1947. Die Architektur erfuhr bei dieser Gelegenheit beträchtliche Änderungen. Die zwei Kuppeln zum Schlossgarten fehlten.
Die Fassade zum heutigen Kralj Aleksandar-Boulevard ist gänzlich abgewandelt worden. Von dieser Zeit an beherbergte das Schloss das Präsidium der Volksversammlung,
sodann die Regierung der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, den Bundesexekutivrat und ab 1961 ist hier das Belgrader Stadtparlament untergebracht.
Das alte Schloss hat einen Grundriss von annähernd 40 x 40 qm. Seine Lösung ist klassisch, mit einer verglasten zentralen Innenhalle. Hier befanden sich einst
der Wintergarten und später in Auftrag gegebene, reich verzierte Eichentreppen, die in das erste Stockwerk führten (entworfen vom bekannten Architekten Jovan Ilkic).
Die Treppen wurden im Ersten Weltkrieg zerstört. Um diesen Zentralraum mit Säulen und Galerien reihten sich die übrigen Räumlichkeiten des Schlosses, von denen
der grosse Empfangs- und Ballsaal und der Speisesaal die bedeutendsten waren. Zum Schloss gehörten auch eine gut ausgestattete Bibliothek und die
Schlosskapelle zum Garten. Die komplette Innenausstattung des Schlosses wurde hauptsächlich in Wien in Auftrag gegeben.
Die Aussenarchitektur des Bauwerks zählt zu den schönsten Leistungen der akademischen Architektur Serbiens des 19. Jh. Die Fassade zum Garten weist
die reichhaltigsten Verzierungen auf. Die vorgelagerten Terrassen stellen eine engere Verbindung mit dem Schlossgarten her. An dieser Fassade besticht
das Motiv der Karyatiden in der Höhe des 1. Stockwerks, die oberhalb der Terrasse an den Fassadenenden reich geschmückte Tympanone der äusseren Fenster
tragen. Die Karyatiden wiederholen sich an der Fassade zur Kralj-Milan-Strasse, darunter reihen sich dorische Säulen aneinander. An der Fassade zum
Schlossgarten tauchen die dorischen Säulen zwischen reich geschmückten Fenstern wieder auf. Die anderen zwei Fassaden sind etwas einfacher gehalten.
Das Souterrain und die Gebäudeecken sind in Rustika gearbeitet. Die Terrasse und die Attika sind mit einer Balustrade versehen. Proportionale Kuppeln
bilden den Abschluss der drei Gebäudeecken.
Das alte Schloss, dessen ursprüngliches äusseres und inneres Aussehen Änderungen erfahren hat, heisst seine Besucher willkommen. Aus der Zentralhalle (130 qm)
betritt man zunächst den Roten Salon, in dem das 1862 von Djura Jaksic gemalte "Mädchenporträt" wahrscheinlich die grösste Aufmerksamkeit auf sich lenkt.
Hier befindet sich auch Ismet Mujezinovics Gemälde "Überquerung der Neretva". Dieser Saal beherbergt desgleichen die Geschenke von Delegationen: zwei
Porzellanvasen mit Motiven aus Sankt Petersburg (Geschenk einer russischen Delegation) und eine Schale (Geschenk einer dänischen Delegation). Links vom
Eingang in den Gelben Salon ist das Faksimile des Briefes Papst Johannes VIII. vom 16. April 878 ausgestellt. Das ist das älteste schriftliche Dokument,
in dem der slawische Name Beograd erwähnt wird. Das ist im Grunde ein Bestandteil des Registers Papst Johannes VIII., das gegenwärtig im Archiv des Vatikans
aufbewahrt wird. Neben dem Faksimile befindet sich ausserdem die künstlerische Interpretation dieses Dokuments, eine Arbeit des bekannten Malers und Graphikers,
Professor an der Fakultät für bildende Künste, Branko Miljus. Rechts vom Eingang ist der Orden des Volkshelden ausgestellt, mit dem Belgrad am 20. Oktober 1974
ausgezeichnet wurde.
Aus dem Gelben Salon gelangt man in den Festsaal, der 260 qm umfasst. Die obere Zone der Wände schmücken Vitragen, die den Volksbefreiungskampf und den
Arbeitselan illustrieren. Die Konsolen vor dem Spiegel auf der linken und rechten Seite des Eingangs schmücken 65 cm hohe, in Frankreich hergestellte
Messingleuchter, zwei Aschenbecher mit drei Schlangenfiguren (auf der rechten Seite) sowie zwei Vasen und ein Porzellanleuchter (auf der linken Seite).
Die andere Saalseite schmücken eine in der gleichen Technik gearbeitete Bonbonniere mit zwei Engeln sowie Leuchter und Porzellanvasen. Aus diesem Saal
gelangt man auf die Terrasse.
Der anschliessende Gelbe Salon beherbergt einige ausgezeichnete Gemälde von Sava Sumanovic, Jovan Zonjic, Pedja Milosavljevic, Petar Omcikus und Vasa Pomorisac
sowie Holzskulpturen von Rista Stijovic. In diesem Salon werden auch die Geschenke ausländischer Staatsmänner, Delegationen, Vereinigungen und Verbände aufbewahrt:
eine grössere Anzahl von Ziertellern, Vasen und Skulpturen.
Diese repräsentativen Räumlichkeiten im Alten Schloss sind Empfängen für in- und ausländische Delegationen und angesehene Gäste aus dem Land und aller Welt, der feierlichen Verleihung von Anerkennungen des Stadtparlaments, sonstigen Empfängen, Banketts, Bällen, Konzerten, Buchpromotionen und anderen Kulturmanifestationen vorbehalten. In den übrigen Räumen sind die Kabinette des Vorsitzenden, der stellvertretenden Vorsitzenden und der Sekretäre der Stadtverordnetenversammlung von Belgrad, des Vorsitzenden, der Stellvertreter des Vorsitzenden und der Mitglieder der Stadtregierung untergebracht.