Kloster Gradac - Srbija / Serbien
Kloster:
Es liegt in dem Dorf Gornji Gradac und wurde von
Königin Jelena (Helena von Anjou), der Gemahlin von
König Uros I. von Serbien (regierte 1243-76) gestiftet.
Gründungsjahr war vielleicht 1276, als Uros I. von seinem Sohn Dragutin abgesetzt wurde. 1314 wurde Jelena in der Kirche beigesetzt.
Das Kloster war - wie Ausgrabungen ergaben - von Mauern befestigt. Es wurden ausser anderen Klostergebäuden auch die Fundamente einer älteren Kirche entdeckt,
die durch den Neubau ersetzt worden war. Die Kirche Mariä Verkündigung, die im Lauf dem Jahrhundert zur Ruine verfallen war, wurde nach dem letzten Weltkrieg
restauriert. Sie ist im Raska- Stil erbaut.
Im Dekorativen jedoch sind neben romanisch auch zahlreiche gotisch Formenelemente verwendet worden, die sicher auf die Königin zurückgehen, die westliche Künstler
ins Land geholt hatte. Der einschiffige Bau (25 m lang) wird von einer über einem durch fensterlten Oktogon eingemauerten Kuppel bekrönt. Im Osten endet er in einem
dreiteiligen Altarraum mit halbrunden Apsiden, der aussen von 4 Strebepfeilern verstärkt und gegliedert wird. Im Norden und Süden des zentralen Kuppelraumes niedrige
Querarme. Der Narthex im Westen wird von einem Rippengewölbe überspannt.
Die Mauern aus Hausteinquadern sind vom Zwillingsfenstern durchbrochen. Besonders schön diejenigen mit feinen, spitzbogigen Arkaden in der Osten und Westen Front.
Spitzbogenfriese folgen dem Verlauf der Dachgesimse, und auch das Hauptportal im Westen weist gotische Formen auf.
Im Tympanon dieses Tores: die relativ gut erhaltene, schön komponierte Fresken der Verkündigung an Maria. Im Narthex: Szene des Marienlebens.
Im Langhaus: an der westlichen Wand die Kreuzigung Jesu, an den übrigen Wänden Szenen aus dem Leben und Leiden Christi (bemerkenswert die detailreich erzählte Geburt).
Stark beschädigt ist die Darstellung der Stifter mit König Uros I und Jelena sowie König Dragutin, dessen Frau Katerina und dessen Bruder Milutin.
Kaum noch identifizierbar die Reste von 3 Historienszenen: Möglicherweise stellen sie den Tod von Uros I. dar.