Serbien Historie

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Einführung

Serbien (Südslawien) ist über lange Jahrhunderte hinweg ein Grenzland. Bereits in der Spätantike verläuft hier an der Flus Drina die wichtige Grenze zwischen dem west- und oströmischen Reich, zwischen dem römisch-katholischen und dem orthodoxen Christentum. Die Drina bildet in der Osmanenzeit auch die Scheidelinie zwischen dem Christentum und dem Islam.

6000 und 5500 Jahr v.Chr.:

Lepenski Vir ARCHÄOLOGISCHE STÄTTE - Lepenski Vir Die archäologische Stätte von Lepenski Vir liegt in der Schlucht von Djerdap. Ausgrabungsgelände: 1965 entdeckten Archäologen ca. 14 km nordwestlich von Donji Milanovac am rechten Donauufer die Reste einer prähistorischen Siedlung aus der Periode zwischen 6500 und 5500 v. Chr. Der Drossteil der Funde ist im Belgrader Nationalmuseum zu besichtigen. Die gesamte Siedlung wurde 1970 höher verlegt, um sie vor den Aufsauungen für die Donaukraftwerke am Eisernen Tor in Sicherheit zu bringen.

Auf dem schräg zu Donau hin abfallenden Gelände (ca. 3000qm) wurden Reste von 8 Siedlungen des späten Mesolithikums bis zum frühen Neolithikum ausgegraben, die sich 4 cronologisch uterscheidbaren Schichten zuordnen lassen. Die letzte, jüngste (Lepenski Vir III) gehörte schon der relativ gut erforschten frühneolithischen Starcevo-Kultur an (um 4500 vor Christ).
Von besonderer Bedeutung sind aber die darunterliegenden, älteren Schichten(um 6000 vor Christ), denn sie enthalten die ältesten Zeugnisse der Kunst und Architektur in Serbien. Bis jetzt wurden in Europa keine vergleichbaren Funde gemacht. Es handelt sich um eine offensichtlich planvoll angelegte Siedlung, deren Häuser sich dem ansteigenden und enger werdenden Hang einfügen.
Die Häuser besitzen alle einen trapezförmigen Grundriss (zwischen 5,5 und 30 qm Fläche) und die gleiche Aufteilung des Inneren: Die längsrechteckige gemauerte Herdstelle liegt auf der Symmetrieachse. In den meisten Häusern standen hinter oder vor ihren grossen Steinskulpturen, die frühesten erhaltenen Grossskulpturen Europas. Feuerstelle und Skulpturen waren von regelmässig angeordneten Steinen eingefasst. Es wird angenommen, dass die Skulpturen kultischen Charakter hatten. Die eine Gruppe weist nur Steinschnittornamentik mit abstrakten Motiven auf, zum Beispiel Zickzackmuster.
Die 2. Gruppe (54 Objekte, bis zu 50 cm hoch) ist figural gestaltet: Die annähernd eiförmigen Steine stellen meist menschenähnliche Köpfe dar mit runden Augen, langen flachen Nasen und fischartigen Mündern. Manchmal sind Ohren und stilisierte Augenbrauen oder Lindränder erkenntlich. Bisweilen sind Schultern und kleine, der runden Form des Steins sich unterordnende Körper angedeutet.

Auch verzierte Gebrauchsgegenstände aus Knochen wurden auf dem Ausgrabungsgelände gefunden (zum Beispiel Messer), und menschliche Skelette unter den sorgfältig gestalteten Böden mancher Häuser und in einer Begräbnisstätte. Die Bewohner, zeitweise mögen es um die 500 gewesen sein, waren Jäger, Fischer und Sammler. Seit etwa 1000 v. Chr. war die Region von den Illyrern besiedelt, die um etwa 700 vor Christ zunächst unter griechischem, später unter römischem Einfluss standen 300 Jahre vor Christ begannen die Römer ausgehend von der Küste die Gegend zu unterwerfen und gründeten die Provinzen Dalmatia (Dalmatien) und Moesia superior (Mösien).

200 - 700 Jahr:

Gamzigrad In dieser Zeit fanden Wanderungen der slawischen Völker (Serben, Kroaten, Slowenen, Bulgarien und Makedonier) auf die Balkanhalbinsel statt. Im Rahmen der Teilung des römischen Reichs fiel das Gebiet 395 an Byzantinisch ab dem 7. Jahrhundert liessen sich südslawische Serben nieder. In diesem zeit gegründete ist RÖMISCHEN FUNDSTÄTTE - GAMZIGRAD.

Das in wenigen Ruinen erhaltene Römerkastell bei Zajecar stammt aus dem 3. Jahrhundert und ist vielleicht identisch mit dem von Kaiser Galerius (293-311) gegründet Romuliana. Im 4. Jahrhundert unter Konstantin der Grosse wurde es erweitert und im 6. Jahrhundert von einfallenden Awaren und Slawen zerstört. Das strategisch günstig gelegen Castrum war auch wichtiges Verwaltungszentrum der Umgebung, das von Bergbau (Kupfer und Gold) lebte. Die trapezförmige Anlage (300x230 qm) ist von einer starken Befestigung eingefasst. Von den 20 Türmen des Konstantynischen Castrums erhielten sich einige in Fundamenten und unteren Steinschichten. Türme, Mauern und Eingangsfronten waren Arkaden geschmückt, auch mit Bauornamentik verziert. Aber schon die sorgfältig gemauerten, abwechselnden Schichten von behauenen Bruchsteinen und Ziegeln, die Keilsteinbogen über Nischen, die profilierten Gesimse usw. sind äusserst dekorativ und müssen der trutzigen Anlage einst ein festliches Aussehen verliehen haben. Innerhalb der Befestigung wurde ein Kaiserpalast ergraben. Noch zu erkennen sind mehrere Sälen (Länge des Hauptsaals:45 m), mit Apsiden, und Säulenumstandene Innenhöfe.
Die erhaltenen Mosaikböden gehören zu den schönsten der Spätantike und lassen darauf schliessen, dass in dieser kaiserlichen Residenz Künstler aus Konstantinopel beschäftigt waren. Hervorragend die Darstellung des weinrankenumgebenen Dionysos mit seinem Tier, dem Panther. Schön aber auch die rein geometrisch ornamentierten Mosaikböden mit einer Fülle verschiedenster Motive. – Ausserdem fand man heidnische Tempel, christl. Kirchen, Thermenanlagen und andere, auch aus späterer Zeit stammende Gebäude. Viele der seit 1953 ausgegrabenen Gegenstände sind im Museum von Zajecar zu besichtigen, Teile der Mosaiken in Belgrad.

Romuliana Der Galerius-Palast im antiken Felix Romuliana bei Gamzigrad im Timok-Tal in Ost-Serbien ist eine archäologische Ausgrabungsstätte und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ruinen rund sieben Kilometer südwestlich von Zajecar wurden 1835 erstmals von August von Herder gesehen und beschrieben. Die Zuschreibung konnte mit den Grabungen im Inneren des ummauerten Palastes 1953, die eine Inschrift mit dem Namen des Ortes Felix Romuliana zutage brachten, geklärt werden. Ein Porträtkopf aus dem Kaisern vorbehaltenen Porphyr bestätigte die Vermutung, dass der Tetrachenkaiser Galerius (293–311) den Palast im späten 3. und frühen 4. Jahrhundert als Altersruhesitz errichten liess. Die Anlage war seiner Mutter Romula, die hier in der Nähe in der Provinz Dakien geboren worden war, gewidmet.
Auf dem nahen Hügel Magura liess Galerius sein und das Grabmal seiner Mutter errichten. Felix Romuliana wurde von Felix Philipp Kanitz als eines der grössten und besterhaltenen römischen Bauwerke in Europa bezeichnet und auch heute bietet die vollständig erhaltenen Umfassungsmauer mit 20 mächtigen, bastionsartigen und bis zu 15 m hoch anstehenden Türmen ein imposantes Bild. Im Jahre 2007 wurde der Galerius-Palast in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Geschichte Galerius gehörte dem von Diokletian eingeführten Regierungskollegium aus vier Kaisern an, der Tetrarchie. Er wurde 293 zum Caesar (Unterkaiser), ernannt residierte in Mailand, Nikomedia und Antiochia. Galerius’ Hauptverantwortungsgebiet umfasste vor allem aber den Balkanraum. Hier begann Galerius in Nachahmung Diokletians diese Position durch eine an seiner Person orientierte Herrscherrepräsentation durch Errichtung von monumentalen Bauwerken in den Residenzen hervorzuheben (u. a. Galeriusbogen in Thessaloniki). Militärisch prägten die Jahre 299 bis 311 Expeditionen gegen Stämme nördlich der Donau. 305 stieg Galerius nach dem Rücktritt Diokletianszum Augustus der östlichen Hälfte des Reiches auf. Als solcher bemühte er sich, die Auflösung der römischen Tetrarchie in einer Reihe von Bürgerkriegen seit 306 zu verhindern. Galerius verfolgte wie Diokletian die Christen in seinem Hauptverantwortungsbereich mit unverminderter Härte. Romula, Galerius’ Mutter, war zudem eine grüsse Verehrerin der Berggottheiten.

Galerius wurde vermutlich auf dem Landgut (villa rustica) seines Vaters in Gamzigrad geboren. Münzfunde des Aurelian (270–275) und des Probus(276–282) aus dem freigelegten ältesten Gebäude der Ausgrabungsstätte lassen den Schluss zu, dass diese villa rustica Mitte des 3. Jahrhunderts erbaut und benutzt wurde. Romula lebte wohl auch weiterhin in der villa rustica. Die Entscheidung von Galerius, hier seinen Palast als Altersruhesitz einzurichten, wird mit den vicennalia (zwanzigjähriges Thronjubiläum) der Augustin und den wiederholten decennalia (zehnjähriges Thronjubiläum) der Caesars am 20. November 303 verbunden. Auf dem Fest der Tetrarchen in Rom verkündete Diokletian seinen Plan zur Abdankung und Galerius hatte vermutlich geplant, sich zu seinen vicennalia 313 in den zu bauenden Palast zurückzuziehen. Neben Felix Romuliana, dem Palast, der zuerst seiner Mutter dienen und nach seiner Abdankung auch sein Altersruhesitz werden sollte, errichte Galerius auf dem Hügel Magura das Grabmal seiner Mutter.

Nach seinem Tod 311 wurde Galerius in einem zweiten Grabmal neben Romula beerdigt. Zum Grabkomplex gehörte noch ein Tetrapylon. Nach dem Tode Galerius’ und Errichtung einer Begräbnisstätte für ihn wurden alle anderen Bautätigkeiten eingestellt und Felix Romuliana verlassen. 380 kam es zur erneuten Besiedlung von Romuliana und es entwickelte sich zu einem ländlichen vicus. 441 durch die Hunnen zerstört, bestanden im 5. und Anfang des 6. Jahrhunderts einige Häuser in der Anlage. Mit der Herrschaft von Justinian I. kam es zu einer stärkeren Besiedlung sowie zum Bau einer grossen Basilika mit einer Taufkapelle.
Es folgten Zerstörungen bei Slaweneinfällen und im 10. Jahrhundert wurde eine slawische Siedlung, die bis ins 12 Jahrhundert bestand, errichtet. Danach wurde der Ort bis zur heutigen Zeit verlassen und verfiel.

Text Quelle: serbien-urlaub.info

VIMINACIUM:

Mit Viminacium, dem heutigen Kostolac in der Nähe von Stadt Požarevac, dort, wo die Mlava in die Donau fliesst, begegnet uns eine der bedeutendsten römischen Städte und Militärlager aus der Zeit zwischen dem ersten und sechsten Jahrhundert. Die Siedlung neben dem Lager erlangte während der Herrschaft Hadrains (117-138) den Status eines municipium, wodurch sie ein gewisses Mass an Autonomie erhielt. Während der Herrschaft Gordians III. (239) wurde die Stadt in den Stand einer Kolonie römischer Bürger erhoben und erhielt das Recht, lokale Münzen zu prägen. Dies war der höchste Rang, den eine Stadt zu Zeiten des römischen Imperiums erreichen konnte. Viminacium wurde ausserdem häufig als Sammelstelle für Truppen und Ausgangspunkt für Feldzüge genutzt.

Dank seiner Lage an der Donau entwickelte sich die Wirtschaft von Viminacium sehr schnell. Die aussergewöhnlichen Funde in den Totenstätten um die Stadt herum (bisher wurden mehr als 14.000 Gräber gefunden) bestätigen die Annahme, das die Bürger von Viminacium wohlhabend waren. Fresken in den Krypten lassen sich der Hochphase spätklassischer Kunst zuordnen. Die Stadt fiel durch die Invasion der Goten, der Hunnen und zuletzt der Awaren mehrfach der Zerstörung anheim. In der Stadt sowie in ihrem Umkreis wurden ein Amphitheater, Monumentalbauten, aufwendige Thermen sowie die Überreste einer hoch entwickelten Infrastruktur bestehend aus Strassen, Aquädukten und einem Abwassersystem entdeckt. Diese bisher gemachten Funde bestätigen die besondere Bedeutung von Viminacium als führende römische Metropole dieses Teils des Limes.

SIRMIUM (Heute Sremska Mitrovica):

Sirmium Sirmium, eine der bedeutendsten Städte des späten Römischen Reiches befand sich in der Nähe des Flusses Save und des heutigen Sremska Mitrovica. Gegründet im ersten Jahrhundert befand sich Sirmium auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung als es 294 zu einer der vier Hauptstädte des römischen Imperiums ernannt wurde.
Das Geflecht an Strassen und Aquädukten, die militärischen Befestigungsanlagen, die Überreste des kaiserlichen Palastes, der Badestätten, des Theaters und des Hippodroms legen die Schlussfolgerung nahe, dass Sirmium als Legionslager, Kaiser- und Bischofsstadt das Zentrum der gesamten Region Pannonien formte. In dieser Zeit war die Stadt eines der wichtigsten Handels- und Verkehrszentren des Imperiums. Sechs römische Kaiser stammten aus dieser Stadt oder ihrem Umland.

Konstantin der Grosse verbrachte mit seiner Familie eine längere Zeit in Sirmium und feierte hier das fünfzehnjährige Jubiläum seiner Herrschaft. Sein Sohn, Constantinus II., wurde im repräsentativen Umfeld des Kaiserpalastes geboren, und sein ältester Sohn Crispus beging hier seine Hochzeitsfeierlichkeiten. Bevor Konstantin der Grosse mit seiner Bautätigkeit in Byzanz (Konstantinopel) begann, hatte er geplant, Sirmium zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches zu machen.

In späteren Zeiten sollte Sirmium eines der Zentren des frühen Christentums, gleichzeitig aber auch ein Ort christlichen Leidens werden, wovon etwa die gut erhaltenen Überreste einer christlichen Basilika im Zentrum der Stadt Zeugnis ablegen. Jeden Juni werden auf dem Zitni Platz - Trg, auf den Überresten des Handwerkerviertels der römischen Zeit, die Oratoriums-Festspiele abgehalten, um an den Ruhm vergangener Zeiten zu erinnern. Am Ende des vierten Jahrhunderts traf Sirmium das gleiche Schicksal wie das gesamte Römische Reich: Bei der Invasion durch die Hunnen, die Goten und Gepiden wurde die Stadt zerstört und ihre Bevölkerung versprengt.

DIANA:

Das römische castrum von Diana wurde auf einer Felswand hoch über der Donau, Karatas genannt, nahe des Dorfes Sipa bei Kladovo errichtet. Der Bau der frühesten irdenen und hölzernen Befestigungen steht im Zusammenhang mit der Ankunft der ersten Militärverbände an der Donau zu Beginn des ersten Jahrhunderts. Eine grosse steinerne Festung (140×136 m) ist auf Kaiser Trajan und dessen Bautätigkeit zurückzuführen, die mit dem Bau des Sipa Kanals (101 n. Chr.) abgeschlossen wurden und dessen Errichtung eines der grössten Hindernisse bei der Navigation auf der Donau beseitigte.

Mitte des fünften Jahrhunderts fielen die Bauten der Zerstörung durch die Hunnen anheim und wurden um 530 durch Kaiser Justinian wieder errichtet. Auch beim Einfall der Awaren und der Slawen Ende des sechsten und Anfang des siebten Jahrhunderts wurde die Festung dem Erdboden gleich gemacht. Einige aussergewöhnliche Funde (verschiedene Gegenstände des alltäglichen Lebens sowie Marmor- und Bronzeplastiken) deuten darauf hin, dass Diana nicht nur dem Schutz und der Verteidigung des Kanals diente, sondern darüber hinaus sechs Jahrhunderte lang ein bedeutendes Wirtschaftszentrum mit eigenem Hafen war.

Im Inneren der Stätte wurden die baulichen Überreste einer Apsis, von Militärbarracken, eine Latrine und die Grundstrukturen weiterer Bauten wie etwa der principia (militärisches Hauptquartier) mit einer Säulenhalle in der Mitte gefunden. Ausserhalb der Festungsmauern konnten die Existenz einer heiligen Stätte nachgewiesen sowie die Überreste eines Martyrium, Teile einer Totenstädte wie auch Teile einer Siedlung, die sich westlich des Militärlagers ausdehnte, aufgefunden werden.

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